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STEMMER IMAGING: Nachfolgeregelung für ein Lebenswerk

18. Juli 2017

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016/17 hat die AL-KO AG 75,04% der Anteile der STEMMER IMAGING GmbH von Unternehmensgründer Wilhelm Stemmer erworben. Hintergründe zu diesem Schritt erläutern Wilhelm Stemmer und die beiden neuen Geschäftsführer Christof Zollitsch und Martin Kersting in folgendem Interview.

Herr Stemmer, Sie haben kürzlich Ihre Anteile an der STEMMER IMAGING verkauft. Warum und warum zu diesem Zeitpunkt?

Wilhelm Stemmer: Ich bin jetzt seit 44 Jahren Unternehmer und 73 Jahre alt. Es war für mich an der Zeit, eine nachhaltige Nachfolgeregelung für den Fortbestand meines Lebenswerks zu finden. Die Entscheidung zum Verkauf wurde gemeinschaftlich mit meinen Mitgesellschaftern vor längerer Zeit gefällt und in den letzten zehn Monaten umgesetzt.

Warum haben Sie sich für die AL-KO AG als Investor entschieden?

Wilhelm Stemmer: Wir hatten eine Anzahl von potentiellen Käufern ausgemacht, die alle großes Interesse an STEMMER IMAGING bekundet haben. Es gab die ganze Bandbreite an Interessenten, von Finanzinvestoren über strategische Investoren bis hin zu sogenannten Family Offices. Wir haben uns letztendlich für das Family Office der AL-KO AG entschieden.

Warum? Die Familien der AL-KO AG sind selbst noch tätige und erfolgreiche Unternehmer in unterschiedlichen Branchen. Das imponierte mir speziell. Darüber hinaus erfüllten sie für uns verschiedenste positive Kriterien. Die AL-KO AG ist interessiert, mit STEMMER IMAGING Zukunftsmärkte zu erschließen und z.B. das Thema Industrie 4.0 weiter auszubauen. Zudem versprach uns AL-KO AG die volle Unterstützung mit Investitionen für ein weiteres starkes Wachstum. Die Langfristigkeit des Interesses an STEMMER IMAGING wurde auch dadurch bekräftigt, dass das bestehende Management in die Geschäftsleitung berufen wurde und weiterhin an STEMMER IMAGING beteiligt ist.

Was wird sich durch den Verkauf Ihrer Anteile bei STEMMER IMAGING ändern?

Wilhelm Stemmer: Mit der Erfüllung der genannten Voraussetzungen sehe ich die Zukunft von STEMMER IMAGING weiter in den gleich guten Händen wie bisher. Herr Zollitsch und Herr Kersting werden die Geschicke der STEMMER IMAGING wie bisher, nun beide in der Position als Geschäftsführer, auch in Zukunft leiten. Bis auf die Tatsache, dass ich die Majorität meiner Anteile verkauft habe, wird sich daher für unsere Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten nichts ändern.

Werden Sie sich komplett aus dem Unternehmen zurückziehen?

Wilhelm Stemmer: Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich sicher richtig und an der Zeit ist, mich komplett aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Wenn ich dem neuen Eigentümer oder dem Management beratend behilflich sein kann, dann werde ich mich dafür immer gerne zur Verfügung stellen. Mit der Firma und ihren Mitarbeitern werde ich auch künftig verbunden bleiben. Die Firma trägt ja weiter meinen Namen und natürlich bin ich auch an der Weiterentwicklung des von mir gegründeten Unternehmens interessiert.

Wie sieht Ihre persönliche Zukunftsplanung aus?

Wilhelm Stemmer: Sie wissen ja, ich habe vor Jahren eine Stiftung gegründet, die sich das Ziel gesetzt hat, Kinder und Jugendliche an Naturwissenschaften heranzuführen und für das Ingenieurswesen zu interessieren. Diese Arbeit mit der Jugend macht mir viel Spaß, doch aus Zeitmangel konnte ich dieser Tätigkeit bisher nicht meine volle Aufmerksamkeit widmen. Jetzt werde ich dafür mehr Zeit haben. Ich werde mir aber auch wieder mehr Zeit für Dinge nehmen, die in den letzten 44 Jahren zu kurz gekommen sind. Ich sehe mich noch nicht im Ruhestand.

Herr Zollitsch, was verspricht sich STEMMER IMAGING von der Partnerschaft? Wie wird die Zukunft von STEMMER IMAGING aussehen?

Christof Zollitsch: Durch die Partnerschaft mit einem modernen Familienunternehmen, das Wert auf modernes Management und Unternehmertradition legt, sind wir uns sicher, das Unternehmen im Sinne des Gründers weiterführen zu können. Zusätzlich haben wir weitere langjährige Mitarbeiter aus unserer Führungsriege in den Kreis der Gesellschafter aufgenommen, um die Kontinuität im Unternehmen sicherzustellen. Wir können damit auf eine neue Gesellschafterstruktur aufbauen, die uns sicher für die nächste Dekade und darüber hinaus planen lässt.

Mit der AL-KO AG haben wir nun eine Muttergesellschaft, die uns synergetisch unterstützt und auch die finanziellen Möglichkeiten bietet, unsere Buy-and-Build-Strategie weiter auszubauen.

Welche Auswirkungen erwarten Sie für die Kunden von STEMMER IMAGING?

Christof Zollitsch: Für die Kunden von STEMMER IMAGING wird sich überhaupt nichts ändern. Die Ansprechpartner bleiben die gleichen wie bisher und in unserem Tagesgeschäft wird es keinerlei Veränderungen geben.

Herr Kersting, inwieweit ergänzen Bildverarbeitungssysteme das Portfolio der AL-KO AG? Wo sehen Sie die stärksten Synergieeffekte?

Martin Kersting: Wir versprechen uns eine Menge Synergien mit anderen Unternehmen, an denen die AL-KO AG beteiligt ist. Dies betrifft momentan speziell CANCOM, denn wir arbeiten bereits heute mit einer ähnlichen Kundenbasis. Auch CANCOM ist im Bereich Industrie 4.0 tätig, allerdings am oberen Ende der Pyramide mit einem Management-Informationssystem, während wir uns auf das Maschinenlevel konzentrieren. Hieraus können sich eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für uns ergeben.